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Elektrolyte kaufen: der Kaufratgeber
Elektrolyte sind Mineralstoffe, die im Körper als geladene Teilchen vorliegen – allen voran Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid. Über Schweiß verlierst du sie in unterschiedlicher Menge: Die Natriumkonzentration im Schweiß schwankt zwischen einzelnen Sportlern um ein Vielfaches. Genau deshalb gibt es nicht das eine richtige Produkt, sondern verschiedene Zusammensetzungen für verschiedene Anwendungen.
Dieser Ratgeber zeigt dir, worin sich Elektrolyt-Pulver, Brausetabletten, Kapseln und Sirup unterscheiden, welche Kennzahlen beim Vergleich wirklich zählen und wie du den Preis pro Portion sauber berechnest.
Die 5 Kriterien beim Elektrolyte-Kauf
1. Natriumgehalt pro Portion
Natrium ist der Mineralstoff, der beim Schwitzen mengenmäßig am stärksten verloren geht – und der Wert, in dem sich Produkte am deutlichsten unterscheiden. Die Spanne reicht in dieser Kategorie von rund 200 mg bis über 600 mg je Portion. Niedrig dosierte Varianten sind auf den Alltag und kürzere Einheiten ausgelegt, höher dosierte auf lange Belastungen und Hitze. Wichtig: Der Natriumgehalt steht immer auf der Nährwerttabelle des jeweiligen Produkts – vergleiche ihn pro fertiger Portion, nicht pro 100 g Pulver, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.
2. Mit oder ohne Kohlenhydrate
Hier verläuft die wichtigste Trennlinie im Sortiment:
- Zuckerfreie Elektrolyte liefern ausschließlich Mineralstoffe, praktisch ohne Kalorien. Sinnvoll, wenn du deine Kohlenhydrate separat steuerst oder Elektrolyte im Alltag, bei Hitze oder im Kaloriendefizit trinkst.
- Kohlenhydrathaltige, isotonische Getränke kombinieren Elektrolyte mit Zuckern wie Glucose oder Maltodextrin. Sie sind auf längere Ausdauerbelastungen zugeschnitten, bei denen du ohnehin Energie zuführst.
Beides hat seine Berechtigung – entscheidend ist, was du parallel isst und trinkst. Ein zuckerfreies Elektrolyt-Pulver ist kein „besseres“ Produkt, sondern ein anderes.
3. Darreichungsform
Die Form entscheidet weniger über die Qualität als über die Alltagstauglichkeit. Pulver ist beim Preis pro Portion fast immer im Vorteil, Brausetabletten und Kapseln gewinnen bei der Handhabung unterwegs.
| Form | Stärke | Passt zu |
|---|---|---|
| Elektrolyt-Pulver | Günstigster Preis pro Portion, Dosierung frei anpassbar | Regelmäßige Anwendung, Training zu Hause, große Trinkmengen |
| Brausetabletten | Exakt portioniert, kein Abwiegen, sehr kompakt | Gym-Tasche, Reise, unterwegs |
| Kapseln & Salzkapseln | Geschmacksneutral, nichts anzumischen | Wettkampf und lange Läufe, wenn nur Wasser dabei ist |
| Sirup | Ergiebig, Geschmacksintensität frei dosierbar | Alltag, wenn du über den Tag viel trinkst |
4. Mineralstoff-Spektrum und Nährstoffbezugswerte
Manche Produkte enthalten nur Natrium und Kalium, andere eine breitere Matrix aus Natrium, Kalium, Magnesium und Calcium, teils ergänzt um B-Vitamine oder Vitamin C. Mehr Inhaltsstoffe sind nicht automatisch besser – entscheidend ist die Menge pro Portion. Schau in der Nährwerttabelle auf die Prozentangabe zum Nährstoffbezugswert (NRV): Erst ab 15 % NRV je Portion gilt ein Produkt für den jeweiligen Nährstoff überhaupt als nennenswerte Quelle.
5. Preis pro Portion statt Preis pro Packung
Der Packungspreis sagt wenig, weil Portionsgrößen stark variieren. Rechne stattdessen: Packungspreis geteilt durch die Anzahl der Portionen. Die Portionszahl ergibt sich aus Füllmenge geteilt durch die empfohlene Verzehrmenge – bei einer 500-g-Dose und 4,5 g pro Portion sind das über 100 Portionen. Gerade Pulver in großen Gebinden liegen damit oft deutlich unter Einzelportions-Formaten, auch wenn die Dose im Regal teurer wirkt.
Welcher Nährstoff wofür steht
Für einzelne Mineralstoffe und Vitamine gibt es in der EU zugelassene Angaben. Sie beziehen sich immer auf den jeweiligen Nährstoff und gelten nur für Produkte, die ihn in ausreichender Menge liefern – ein Blick in die Nährwerttabelle des konkreten Artikels lohnt sich also:
- Magnesium trägt zum Elektrolytgleichgewicht bei, zu einer normalen Muskelfunktion und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung.*
- Kalium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei.*
- Calcium trägt zu einer normalen Muskelfunktion und zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.*
- Riboflavin, Niacin, Vitamin B6 und Vitamin B12 tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.*
- Vitamin C trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.*
Für Natrium existieren keine zugelassenen Angaben dieser Art. Es ist in Elektrolytprodukten mengenmäßig der wichtigste Bestandteil, wird hier aber bewusst nur als Gehaltsangabe ausgewiesen – nicht als Versprechen.
Welches Produkt passt zu dir?
- Krafttraining und kürzere Einheiten: zuckerfreies Elektrolyt-Pulver oder Brausetabletten, moderat dosiert.
- Lange Ausdauereinheiten: höherer Natriumgehalt pro Portion, je nach Strategie mit oder ohne Kohlenhydrate. Reine Kohlenhydratzufuhr findest du separat in unseren Sport Drinks.
- Wettkampf ohne Flasche mit Mischgetränk: Kapseln oder Salzkapseln zu normalem Wasser.
- Hitze, Sauna, körperliche Arbeit: Pulver oder Sirup für große Trinkmengen über den Tag.
- Gezielt ein einzelnes Mineral: schau dir Magnesium oder die Mineralstoffe an.
Häufige Fragen zu Elektrolyten
Was sind Elektrolyte überhaupt?
Elektrolyte sind Mineralstoffe, die gelöst in elektrisch geladene Teilchen zerfallen – im Körper vor allem Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium und Chlorid. Sie kommen in der normalen Ernährung vor; Supplements liefern sie in definierter, portionierter Menge.
Pulver, Tabletten oder Kapseln – was ist besser?
Inhaltlich nehmen sich die Formen wenig; sie unterscheiden sich in Handhabung und Preis pro Portion. Pulver ist meist am günstigsten und flexibel dosierbar, Brausetabletten sind portionsgenau und kompakt, Kapseln kommen ohne Geschmack und ohne Anmischen aus.
Sind zuckerfreie Elektrolyte sinnvoll?
Wenn es dir um die Mineralstoffe geht und nicht um Energie: ja. Zuckerfreie Varianten liefern Elektrolyte praktisch ohne Kalorien und lassen sich gut mit einer separaten Kohlenhydratstrategie kombinieren. Bei langen Ausdauerbelastungen kann dagegen ein kohlenhydrathaltiges, isotonisches Getränk die passendere Wahl sein.
Wie viel Natrium brauche ich pro Stunde?
Pauschal lässt sich das nicht beantworten, weil die Natriumkonzentration im Schweiß individuell sehr stark schwankt und zusätzlich von Schweißmenge, Temperatur und Dauer abhängt. Praktikabel ist, mit einer moderaten Dosierung zu starten und sie an Belastung und Bedingungen anzupassen.
Helfen Elektrolyte gegen Muskelkrämpfe?
Diese Erwartung ist weit verbreitet, die Studienlage stützt sie aber nur schwach. Ein Cochrane-Review zu Magnesium und Muskelkrämpfen kam zu dem Ergebnis, dass ein klinisch bedeutsamer vorbeugender Effekt unwahrscheinlich ist. Wir werben deshalb nicht damit – Elektrolytprodukte liefern Mineralstoffe in definierter Menge, mehr versprechen sie nicht.
Wann nehme ich Elektrolyte ein?
Das hängt von der Darreichungsform und deiner Einheit ab. Pulver und Brausetabletten werden üblicherweise in Wasser gelöst vor oder während der Belastung getrunken, Kapseln lassen sich über längere Einheiten verteilen. Halte dich an die Verzehrempfehlung auf dem jeweiligen Produkt.
Kann ich ein Elektrolytgetränk selbst mischen?
Grundsätzlich ja – über Wasser, Salz und Saft lässt sich eine einfache Mischung herstellen. Der Unterschied liegt in der Genauigkeit: Fertige Produkte weisen die Menge je Mineralstoff pro Portion aus, beim Selbstmischen bleibt die tatsächliche Zusammensetzung eine Schätzung.
* Die genannten Angaben beziehen sich jeweils auf den einzelnen Nährstoff und gelten für Produkte, die diesen in einer Menge von mindestens 15 % des Nährstoffbezugswerts pro Portion enthalten. Maßgeblich ist die Nährwertkennzeichnung des jeweiligen Produkts.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise. Die angegebene empfohlene tägliche Verzehrmenge darf nicht überschritten werden. Außerhalb der Reichweite von kleinen Kindern aufbewahren.
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